Berufsmoden für Krankenhaus- und Praxispersonal
Wie ein rein weißes Wartezimmer, kann auch die strenge weiße Tracht des Krankenhaus- und Praxispersonals kühl, steril und unnahbar auf den Patienten wirken.
Zwar ist es schön, Seriosität und Sauberkeit auch mittels traditioneller Farbgebung zu demonstrieren, doch wohl niemand wird einer Arzthelferin oder Krankenschwester ernsthaft ihre Kompetenz absprechen, wenn sie nicht in reinstem Blütenweiß vor einem steht. Ein bisschen Farbe kann dazu beitragen, dass sich der Patient wohl fühlt. Immerhin soll zu ihm eine vertrauensvolle Beziehung aufgebaut, ihm soll Geborgenheit und Sicherheit vermittelt werden.
Dazu können auch die Berufsmoden der Angestellten im medizinischen Bereich beitragen. Glücklicherweise gehören die Zeiten des strengen weißen Kittels der Vergangenheit an. Arzthelferinnen, Pfleger, Krankenschwestern – sie alle lassen sich durchaus auch mal in modischen Hosen, bei Männern praktische Cargos, bei Damen gern auch im schicken 7/8-Schnitt, und Poloshirts blicken. Und es muss auch nicht immer strenges weiß sein: Vielerorts hat man die Kleidung des Krankenhaus- und Praxispersonals schon den Hausfarben der Einrichtung, in der sie arbeiten, angepasst. Man weiß aus der Farbpsychologie um die beruhigende Wirkung von blau und grün, die vitalisierende von gelb und rot – und das macht man sich auch in Sachen Berufsmoden zunutze.
Da gibt es beispielsweise das auf innere Medizin spezialisierte Krankenhaus, das seine Einrichtung und eben auch die Arbeitsleidung des Personals in mintgrün hält, weil es sich eine tröstliche Wirkung davon verspricht. Immerhin belegen Studien, dass der Verlauf und Erfolg von Therapien auch von dem Farbkonzept der Praxis bzw. des Krankenhauses abhängen kann. Bei Kranken scheint das Bedürfnis besonders ausgeprägt zu sein, sich mit Farben zu umgeben, die auch in der Natur vorkommen, wie Blattgrün und Meer- bzw. Himmelblau. Viele Erkrankte sehnten sich nach der Natur und fühlten sich bei Blau- und Grüntönen geborgen. Beim Anblick dieser Farben würden laut einer Studie sogar weniger Schmerzmittel benötigt. Auch Brauntöne kommen bei den Patienten an, allerdings eher bei den männlichen. Die weiblichen schätzten eher Blumenmotive, ob als Wandbild oder als dezente Stickerei auf der modischen Bekleidung des Praxispersonals.
Nicht zuletzt wirken die Naturtöne auch auf Ärzte, medizinisches Fachpersonal und Pfleger entspannend und entschleunigend – also genau das Richtige im stressigen Praxisalltag. Ein guter Grund, nicht nur bei der Einrichtung, sondern auch bei den Berufsmoden im Krankenhaus statt auf steriles weiß auf die heilenden Farben zu setzen.